Freitag, 03.08.2012

geglückte erstbesteigung in ost-grönland

andy holzer und sein team im kalaallit nunaat "land der menschen"

Als ich am 12. Juli mit meinen Freunden in München ins Flugzeug stieg, hatten wir außer zwei Fotos und einer alten Landkarte nichts im Gepäck, was uns Aufschlüsse über unser bevorstehendes Abenteuer gegeben hätte.
Dass uns meine Freunde Erwin Reinthaler, ein langjähriger Grönlandkenner, sowie sein Sohn Tobi, Andi Hochwimmer - alle aus dem Gasteinertal - sowie Klaus Alber aus Mallnitz in Kärnten mit ihrer Grönlandbegeisterung angesteckt hatten und uns diese Informationen mit auf die Reise gegeben haben, hat unser Projekt überhaupt erst ermöglicht.
Mein Superteam bestand bei dieser Ausfahrt aus fünf begeisterten Kletterern aus Tirol.
Die beiden Nothdurfter Brüder Thomas und Andi aus Maurach, mit denen ich bei vergangenen extrastarken Reisen schon mächtig gute Erfahrung machen durfte, Uli Lackner, unseren Lehrer aus Jenbach, und der Profibergsteiger Daniel Kopp aus dem Zillertal machten mit mir unser Team zu einer wahrhaft starken Mannschaft.

Unser Ziel war eine laut Angaben aus Grönland bis jetzt noch unbestiegene dreizackige Granitspitze, die seit Jahrhunderten in einer Meeresbucht nördlich von Tasiilaq auf ihre ersten Besucher wartete.
Da wir weder über Zustieg noch über Details wie Schwierigkeiten oder Steilheit der Wandfluchten Bescheid wussten, war es für mich als blind climber eine logische Entscheidung zu fünft an die Besteigung heranzugehen.
So konnte eine Zweierseilschaft als extrem bewegliche, flexible und schlagkräftige Einheit die ärgsten Irrwege ausloten um mir Kraft zu ersparen, und ich mir vom zweiten Nachsteiger meiner Dreierseilschaft dann und wann manch guten Tipp über exakte Höhe, etwa des Ansatzes von Quergängen oder Ähnlichem, flüstern zu lassen.
Erwin, der auch diesen Sommer wieder in Grönland verbrachte, flog mit derselben Maschine wie wir über Island in das arktische Reich nach Ost-Grönland.
Er organisierte für uns diverse Dinge wie die Bootsüberfahrt von Kulusuk, unserem Zielflughafen in Ostgrönland, nach Tasiilaq, der mit 2000 Einwohnern größten Besiedelung an der Ostküste, Übernachtung und die Besorgung von Ausrüstung und Verpflegung in Tasiilaq für unser einsames Basislager.

Am 14. Juli wurden wir von Maru, einem Grönländer, mit seinem Boot zu unserem Base Camp am Ufer eines Fjords in märchenhafter Umgebung gebracht.
Geschickt manövrierte er sein Wasserfahrzeug über eine Stunde zwischen schwimmenden Eisbergen hindurch und peilte mit meisterhafter Genauigkeit eine Stelle am mit wild durcheinander geschichteten Steinblöcken gesäumten Ufer an, welche zum kurzen Anlegen und Aussteigen geeignet war.
Flink entluden meine Burschen mit Erwin, der bis hierher mitgekommen war, das Boot und als Letzter war dann ich an der Reihe, den heiklen Schritt vom schaukelnden mobilen Untersatz auf die unregelmäßigen Wackelsteine zu setzen, was mir Dank der Hilfe von Andi gut glückte.
Nur noch wenige Momente, das Boot mit Maru und Erwin schwamm davon und der Augenblick war gekommen, als wir mit uns und der Wildnis alleine waren.
Als mir Thomas seinen Arm um die Schulter legte spürte ich, dass nicht nur ich mit einigen Tränen der Emotion zu kämpfen hatte.
Es war einfach so wie im Bilderbuch. Alles wie zu Hause erträumt. Ein glasklares, tiefblaues Meer mit treibenden weißen Eisbergen, wolkenlosem Himmel und grau bis schwarz gefärbten Granittürmen, die sich aus dem mit Restschnee bedeckten Boden erhoben, erklärten mir meine Jungs.

Unser Lagerplatz, der nur unweit vom Ufer entfernt lag, war mit grünem, trockenem Gras bedeckt und ein lustiges Bächlein brachte uns reichlich frisches Trinkwasser und lud zur Morgentoilette ein.
Unser angestrebtes Ziel erhob sich aus dieser Perspektive gesehen noch steiler und bedrohlicher gegen den stahlblauen Himmel als es uns die Fotos von Erwin gezeigt hatten.
Schnell war unser Camp mit drei Schlafzelten und einem Mannschaftszelt eingerichtet und da machten wir schon Bekanntschaft mit unseren lästigen Mitbewohnern für die nächsten Tage.
Die für diese Gegend typischen Stechmücken saugten sich an sämtlichen freien Hautstellen fest und genossen unser Blut als willkommene Abwechslung auf ihrem Speiseplan.
Thomas war unser Koch und er bestand seine Aufnahmeprüfung in unserem Team gleich am ersten Abend mit Bravur. Ein köstliches Nudelgericht passierte unsere Münder und gab uns Kraft für den nächsten Tag.

Am Sonntag den 15. Juli starteten wir fünf gegen 09.00 Uhr, mit schweren Rucksäcken bepackt, zum ersten Aufstieg in Richtung unserer Felswand. Seile, Bohr- und Normalhaken, Bohrmaschine und Felshammer, mobile Absicherungsgeräte mit Schlingen und Karabinern, sowie unsere persönliche Kletterausrüstung mit Zusatzkleidung und Verpflegung belasteten unsere Schultern.
Thomas war heute für meine Navigation zuständig und ging knapp vor mir den leicht ansteigenden, mit einzelnen Steinblöcken gezierten, Wiesenhang hoch. Nach kurzer Zeit mussten wir schon ein Bachbett überqueren. Wenig später ein Zweites, welches viel breiter war und mit laut tosendem Gewässer drohte. Meine Ohren meldeten mir Alarmstufe ORANGE und so hatte Thomas schon etwas zu tun, dass er mich ohne Wasserkontakt, mit einigen Sprüngen zwischen den im Fluss liegenden Steinen bewegen konnte.
Nach diesen Hürden glaubte ich, die Schlüsselstellen des Zustieges hinter mir und war nicht schlecht überrascht, als mir Thomas mit seinem Tonfall verriet, dass das Gelände nun viel steiler, und vor allem blockiger wird.

Andi, der etwas voraus war, um für uns den besten Weg durch dieses Labyrinth aus großen und ganz großen Steinen zu finden, wurde auch immer wieder von buschigen grünen, zwischen den Steinen wachsenden Gewächsen getäuscht, welche ihm leichter zu begehendes Gelände vorgaukelten.
Teils auf allen Vieren quälte ich mich durch dieses für mich als blinden Bergsteiger schwierigstes Terrain, welches jederzeit mit diesen 10 bis 30cm breiten Ritzen und Löchern zwischen Blöcken für einen Beinbruch gut war.
Thomas nutzte mit mir geschickt dazwischen liegende Schneefelder und so kamen wir zwar langsam, aber stetig in Richtung des Wandfußes unseres Berges.
Noch ein steiler Schutthang und nach 2 Stunden Morgensport waren wir an der Basis der Südostwand angelangt. Schnell erkannten meine sehenden Partner, dass die von ihnen zuerst gedachte Linie durch den Zentralpfeiler weit steiler war, als sie am Foto, ja sogar vom Basislager aus, zu erkennen war.
Binnen Minuten war klar, dieser weit überhängende Kamin mit anschließendem Riss, der sich nach 2 oder 3 Seillängen geneigterem Fels über uns auftat, ist kein Ding für mich.
Thomas und Andi begutachten unsere Wand

Wir hatten zwar mit Daniel, der diesen Schwierigkeiten sicherlich gewachsen gewesen wäre, und Andi sogar zwei Bergführer mit im Team, aber unsere Vorgabe war meine Einschränkung. Es sollte die Route auch für mich so halbwegs frei kletterbar bleiben und so wäre es kein Erfolg gewesen, wenn sich der blind climber an der Steigklemme hocharbeitet.
Andi, der das letzte Geröllfeld zum Wandfuß zufällig etwas weiter rechts begangen hatte, konnte dort weiter rechts, hinter dem Zentralpfeiler eine steile Rampe ausmachen, die ihm eventuell kletterbar erschien.
10 Minuten später hatten wir unsere Position um ca. 200m nach rechts verlegt und Andi versuchte mit Daniel, die erste Seillänge, die sie auf die von unten sichtbare Rampe führt, zu erklettern.
Immer wieder fiel mir auf, wie sehr die Augen meiner Freunde von der wilden Natur Grönlands getäuscht und überlistet wurden. Ich weiß es nicht, war es die extrem klare Luft, die besonderen Lichtverhältnisse der nördlichen Sonne oder einfach nur die Emotion, die meine Burschen immer wieder in die Irre führte.
Sogar die augenscheinlich recht einfach wirkende erste Seillänge brachte Andi im Vorstieg schon mal richtig zum Arbeiten.
Bevor ich Hand an den Felsen anlegte vergaß ich nicht, dass ich den Herrgott um seine Mithilfe bat.
Uli am Standplatz

Thomas führte die Dreierseilschaft an und Uli kletterte praktisch wenige Meter vor mir und konnte mir bei zweifelhaften Stellen den besseren Weg ansagen.
Dies funktionierte vorzüglich und so brachten auch wir die erste Seillänge recht gut hinter uns.
Daniel führte bereits die zweite Länge und mit einer fast kindlichen Erwartung hoffte ich, dass er sich optisch nicht täuschen würde und den Weg nach oben geschickt findet.

Nach 60m kam von oben der befreiende Ruf „Stand!“ und schon hörte ich die Bohrmaschine, mit der er oben den Standplatz einrichtete.
Wir hatten nicht vor, uns heroisch und spartanisch eine unbekannte Felswand hinaufzuarbeiten und dabei auf überlebenswichtige Sicherheitstechniken der heutigen Zeit zu verzichten.
Deshalb war abgemacht, die Standplätze mit jeweils 2 Bohrhaken und die sehr schwierigen Stellen mit einem Bohrhaken abzusichern. Obwohl wir mit Thomas und Ulrich, Andi und Daniel 4 Mitglieder der österreichischen Bergrettung im Team hatten, wollten wir im Pechfall auf einen Einsatz in dieser extrem exponierten Gegend in Ost-Grönland verzichten.

Die Route wurde neben den Bohrhaken mit zahlreichen Normalhaken und mobilen Geräten abgesichert.
Eine Seillänge folgte der Nächsten und bei Seillänge 4 hatte Daniel mit der ersten Schlüsselstelle zu tun. Eine heikle Querung nach links und dann eine sehr sehr ausgesetzte glatte Steilkante auf einen Absatz, von dem er absteigend-querend zu einem Standplatz kam.
In der fünften Länge belohnte uns ein affengeiler Piazriss für unsere Reiselust und die sechste Seillänge hielt Verschneidungsklettereien mit einer glatten Platte für uns bereit.

Andy sieht keine Probleme in der Tour
Wild entschlossene Hammerschläge, das Singen von eintreibenden Felshaken erfreute meine akustische Welt und ich musste es nicht sehen, wie zielstrebig sich meine Burschen wenige Meter senkrecht über mir für unsere Sache ins Zeug legten.
Es muss wohl schon spät am Nachmittag gewesen sein, als Andi, der nun für die Führung unserer ersten Seilschaft zuständig war, von oben sehr große Schwierigkeiten der Kletterei vermeldete.

Wir vier am sicheren Standplatz hatten für ihn nur die Antwort, dass er nach Möglichkeit nicht mehr bohren sollte, da unsere Bohrhaken ausgegangen waren.
Wir hatten am Morgen nicht daran geglaubt, dass wir an einem Tag so weit hoch kämen und so hatten wir nur ca. 20 Bohrhaken in die Wand mitgenommen.
Für alle Fälle wollten wir noch 2 Haken beim Abseilen dabei haben und so musste Andi sehen, wie er aus der Nummer kam. Er gab sich einen Ruck, trieb einen Normalhaken an sehr heikler Stelle in eine Ritze und überwand so die Schlüsselstelle der gesamten Route, die wir im Nachhinein mit Schwierigkeitsgrad VII- bewerteten.
Die Fehlkalkulation unserer Menge an Bohrhaken brachte uns schnell zur Erkenntnis, dass es für unseren ersten Klettertag nun wirklich gut und genug sei.
Relativ flott liefen die Abseilmanöver durch die Wand und auch der Abstieg ins Camp, bei dem mich nun Daniel geduldig über die Blöcke lenkte, ging sich in gut eineinhalb Stunden aus.
Nach einem Rasttag starteten wir zu unserem zweiten Einstieg in die Unbekannte.
Andi war heute mein Vorausmann und Thomas mit Daniel erkundeten einen besser gangbaren Zustiegsweg, diesmal viel weiter rechts, über den ich wesentlich kraftsparender in nur 90 Minuten zum Einstieg kam.

Die Seilschaften wurden heute aufgemischt und so stiegen Uli mit Thomas als erste, sowie Daniel, Andi und ich als zweite Seilschaft in die Wand ein.

Sehr zügig kamen wir die uns schon bekannten sechs Seillängen hoch und Thomas beendete nun als Erster von uns, die Schlüssellänge, nach der sich die Wand nun leicht zurück legte.
Herrliche Kletterei im extrem kompakten grauen Granit! Niemals hätte ich mir gedacht, dass ich mich auch im Granit einmal so wohl fühlen würde. Als Dolomitenkletterer bin ich Kalkgestein beim Klettern gewohnt und es ist auf Grund der unterschiedlichen Felsstruktur ein großer Unterschied, an welcher Gesteinsart man sich bewegt.
Nach weiteren zwei Seillängen waren wir am Gratansatz angekommen und der bombenfeste Granit der letzten Stunden ging in einen brüchigen Blockgrat über.
Andi ging mit mir am kurzen Seil, Daniel stieg erkundend alleine vor und Thomas mit Uli folgten uns.
Noch eine Seillänge im vierten Grad und wieder ein flaches, für mich lästiges, Gratstück folgten.

Nun kamen wir wieder an einen Punkt, an dem sich meine sehenden Partner trotz acht Stück junger, gut funktionierender Augen an der Dimension der arktischen Felsenwelt glatt täuschten.
Eine ganze Weile wurde hier am späten Nachmittag darüber diskutiert, ob es überhaupt Sinn mache, den Hauptgipfel unseres Berges über diesen elendslangen, gefährlichen, brüchigen Grat zu ersteigen. Der Rückweg sei zu bedenken und eigentlich hatten wir unser Ziel, den Gipfel unseres Mittelpfeilers, der „Großen Zinne“, wie Thomas unseren Bekannten nannte, sowieso schon erreicht.
Daniel, der noch ca. 30 Meter weiter stieg, meinte, dass es gar nicht mehr so weit sein würde, wie es von unserer Position aus aussah. Thomas, der sich das auch ansehen wollte, kam nach wenigen Minuten wieder zurück und vermeldete, dass der Gipfel von dort vorne viel viel näher erschien.

Also beschlossen wir es noch zu versuchen. Noch eine kurze Abseilstelle, ein scharfer sehr brüchiger Grat und Thomas stieg in die nächste Seillänge ein.

Als er etwa 25 Meter oben war meinte Daniel, dass es so gewaltig täusche. Da wo Thomas nun stehen würde, diesen Punkt hätte er zuvor als schon die übernächste Seillänge angesehen und nur durch den Körper von Thomas als Referenz könne man die Dimension eindeutig erkennen. Tatsache ist, dass wir in wenigen Minuten am Hauptgipfel standen und wohl die ersten Menschen waren, die diesen schönen Berg ersteigen durften.

Nicht weil wir stärker oder cooler als andere sind, nein, ich glaube, die Grönländer haben anderes zu tun, als diese Felszacken zu besteigen, und für Kletterer aus aller Welt ist es eigentlich nur ein Zufall, an solche Ziele zu gelangen.
Diesmal war es der schweifende Blick von Erwin, Tobi, Klaus und Andi, denen schon Jahre zuvor bei einer Bootsfahrt zu einem anderen, noch größeren Granitstock in Ostgrönland, dieser auffällige Dreizack aufgefallen ist.
Meine Freunde beschrieben mir den Rundblick als umwerfend. Vom Eispanzer des mächtigen Inlandeises im Westen ging der Blick über Norden nach Nordosten, wo unzählige kleine Matterhörner den Horizont zierten.

Im Osten war die Grenze von Himmel und Meer durch Menschenaugen nicht auszumachen.
Bis 18.00 Uhr genossen wir im T-shirt die warme Sonne des Nordens bis wir uns für den langen Abstieg bereit machten.
Ziemlich problemlos gelang uns der brüchige Grat, der eigentlich nur für mich ohne Augenlicht so schwierig war. Daniel hatte mich am kurzen Seil und Andi ging knapp vor mir, sodass ich an Hand seiner Trittgeräusche den wackligen Untergrund analysieren konnte.
Bei den Abseilstellen angekommen ging nun alles recht flott, da ich mich im Gegensatz von horizontalem Land in der Vertikalen wesentlich besser orientieren und bewegen kann.
Gegen Mitternacht liefen Andi, Daniel, Thomas und Uli, diesmal als mein Pilot, mit meiner tastenden Hand an seinem Rucksack überglücklich aber müde im Basislager ein Thomas motivierte sich sogar noch uns ein köstliches Summitgericht zu kredenzen.

Nach einem noch einmal schönen Tag waren die Nächsten bewölkt und in der letzten Nacht klapperten sogar Regentropfen auf meine Zeltplane.
Erst jetzt war uns richtig bewusst, welches Wetterglück wir neben dem Glück des Tüchtigen an unserer Seite hatten.
Als etwas vom Schwierigsten unserer Reise gestaltete sich die Namensfindung für unser grönländisches Kind. Nach langem hin und her kamen wir auf „Kalaallit Nunaat“, wie Grönland auf Grönländisch heißt. In unsere deutsche Sprache übersetzt bedeutet dieser Begriff „Land der Menschen“ und wir waren uns einig, dies passt zu unserer Ausfahrt und der neuen Route.
Über Satellitentelefon forderte ich ein Boot für unseren Rücktransport an und Lars, der Bootsführer, hatte uns am nächsten Tag bei seiner Ankunft übersehen und fuhr mit seinem Kahn an uns vorbei.
Er hatte unsere Position nur mündlich von Maru erfahren und erwartete uns nicht an dieser Stelle, da er in diesem Bereich noch nie Menschen gesehen hatte.
Tatsächlich hatten wir auch im Basislager nur wenige menschliche Spuren - wie ein altes Ankerseil und einen verrosteten Fischerhaken - direkt am Ufer gefunden.
Sehr schnell, ja eigentlich viel zu schnell, schipperte uns Lars nach Kulusuk, von wo aus wir mit dem nächsten Flug dieses Traumland in Richtung Island verließen.
Für mich war diese Reise mit Freunden wieder ein weiterer Beweis, wie schön es sein kann, Stärken und Schwächen zu mixen und damit eine neue Qualität von Lebensfreude zu kreieren.
Ich bedanke mich ganz ganz herzlich bei Erwin, Klaus, Andi und Tobi, dass sie uns ihr Geheimnis verraten haben und uns eigentlich ihr nächstes Ziel geschenkt haben.
Ein inniger Dank meinen vier Freunden, die sich wieder einmal auf die Eigenarten, Schwächen und vielleicht auch Besonderheiten eines blinden Leidenschaftlers eingelassen haben.
Einen großen Dank an unsere Unterstützer wie RAIFFEISEN, ORTOVOX, SALEWA, ADIDAS-EYEWEAR, LEKI, BRANDSPOT und AUSTRIALPIN.
Copyright by Andy Holzer – blind climber Juli 2012


die hardfacts: Ostgrönland/Kulusuk/Tasiilaq

Berg: MITTIVAKKAT 852m (Bezeichnung ungeklärt – wurde aus alter Landkarte übernommen)
Tour: Kalaallit Nunaat „Land der Menschen“
Wand: Südostrampe 450 Hm, 520 Klettermeter, Schwierigkeit: 7-
Erstbegeher: Andy Holzer, Daniel Kopp, Ulrich Lackner, Thomas und Andreas Nothdurfter
Charakter: Traumhafte, abwechslungsreiche Granitkletterei im besten Fels
Absicherung: Stände mit zwei Bohrhaken sonst vereinzelt mit Bohr - oder Normalhaken abgesichert
Material: 60m Doppelseil, kompletter Keil- und Friendsatz, Bänder zum Verlängern
Begehung: Die Tour wurde, nach dem am 15. Juli 2012 die ersten sieben Seillängen erstiegen wurden, am 17. Juli 2012 finalisiert und somit erstbegangen. Die gesamte Route wurde von unten eingerichtet
Zustieg: Von Basislager in 1h30 südostseitig zum Einstieg
Abstieg: Abseilen über die Route